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stellt uns aus seiner Dangast-Ausgabe von 1990 folgenden Artikel zur Verfügung:
Graf Bentinck gründete im
Jahr 1797 das
Bad Dangast
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Vom Bauern- und Fischerdorf zum vielbesuchten Küstenbadeort
Vor über hundertachtzig Jahren war es am Jadebusen noch recht still. Dangast war ein Bauern- und Fischerdorf, zwar mit interessanter historischer Vergangenheit, aber ein geringer Teil der alten Siedlung mit Häuptlingsburg und alter Kirche war in den Fluten untergegangen.

Von Gründung und Entwicklung des Badeortes melden alle Akten der ehemaligen Herrschaft Varel, wozu Dangast gehörte. Graf Gustav Friederich von Bentinck, Edler Herr zu Varel, tat Einiges zur Hebung der wirtschaftlichen Lage seiner Herrschaft. Er wurde Begründer des gegen Ende des 18. Jahrhunderts entstandenen Bades Dangast. Er ließ zunächst den Feldweg von Varel nach Dangast gründlich aufschütten und verbreitern. Es ist der heutige Langendamm.

Bald hernach wurde auf einer mächtigen Düne bei Dangast das Konversationshaus mit mehreren Nebengebäuden, enthaltend Speiseraum, Tanz- und Spielsaal, Lese und Gesellschaftsräume und Kinderzimmer, gebaut.

Dann nahm eine Gruppe von Beauftragten des Grafen sich der Gestaltung der Strandanlagen an und ließ sie vorteilhaft verbessern.

In rascher Folge entstanden bald ein Badehaus mit Umkleideräumen und das Logierhaus. Zunächst hatte man Badezelte aufgestellt, im Jahre 1820 wurden in hinreichender Anzahl auch Badekutschen beschafft. Ruhebänke wurden aufgestellt Als wertvolle Neuerung richtete man Anlagen für Warmbäder ein, die von Mai bis Oktober benutzt werden konnten. Nunmehr erhielt das Logierhaus auch einen kleinen Billardsaal, dazu eine Kegelhalle und eine bestens eingerichtete Küche für verwöhnte Ansprüche. So wurde viel getan, das neue Bad Dangast zu einer Stätte der Gesundung und Erholung auszugestalten

Es war anfänglich gerade kein Zustrom von Badegästen zu verzeichnen, aber das günstig gelegene Bad erlebte doch immer mehr Zuspruch. Hatten zunächst fast ausschließlich Oldenburger und Vareler Hofbeamte und Bürger aus beiden Städten Dangast aufgesucht, so wurde das bald anders. Dangast nahm nach der Franzosenzeit, die Varel eine kleine Besatzung brachte (1811-14), einen beachtlichen Aufschwung .

Die Anstrengungen, die unternommen wurden, das Ansehen des Badeortes zu heben, hatten guten Erfolg und immer mehr Auswärtige besuchten das Bad. Am 1. Juli eines jeden Jahres war die Eröffnung der Badesaison, verbunden mit einer kleinen Feier. Täglich wartete eine Musikkapelle mit Darbieturgen auf und für gute Unterhalturig und Tanz war gesorgt. Schöne gepflegte Grünanlagen und Blumenbeete zierten diese nahe dem Strand.

Unerwartet schlimme Folgen brachte Bad Dangast die verheerende Flut des Jahres 1825. Die schönen Anpflanzungen beim Badehaus und die Badezellen wurden zerstört und weggerissen und sonst noch wurden arge Verwüstungen angerichtet. Dann haben auch noch spätere Uberschwemmungen beträchtliche Schäden verursacht. Der damalige Eigentümer aller Badeeinrichtungen, der alles von Oldenburgs Regierung, diese als Rechtsnachfolger des Vareler Grafen, erworben und noch verbessert hatte, Dr. Schüßler, ließ nach Ablaufen des Wassers vor der Badedüne einen mächtigen Steindamm aufrichten. Auch die Regierung hat noch 1881 und 1895 durch geeignete Maßnahmen die Schutzanlagen verstärken lassen. Danach wuchs von Jahr zu Jahr wieder die Zahl der hier am Jadestrand Erholung suchenden Menschen. Eine Schiffsanlegestelle kam hinzu und die Besucher des Bades Dangast vermochten dadurch kurze Fahrten zu den vorgelagerten Inseln und nach Helgoland zu unternehmen.