Im Wattenmeer entsteht ein Thron aus Holz und Eisen
 
Verwandlung, Foto:Gerresheim1975 hatte Butjatha im Kurhaus Dangast einen "Meisterstuhl" gebaut, auf dem überwiegend Anatol Platz nehmen sollte. Weil die "Freie Akademie Oldenburg" längst aufgehört hatte zu existieren, Anatol seit Jahren nur noch selten nach Dangast kam, der Stuhl verwaist und in der feuchten Seeluft langsam muffelig geworden war, weil im Alten Kurhaus auch niemand mehr so recht wußte, was es mit dem alten Ding auf sich hatte, sollte er weg.
Butjatha verbrannte ihn 1982 am Strand vor dem alten Kurhaus und machte daraus eine Aktion: "Die Verwandlung des Meisterstuhls".
WattVon den Künstlern der Akademie arbeiten nur noch Anatol, Eckart Grenzer und Butjatha. (Manchmal findet Tim Gerresheim noch Zeit, schöne Fotos aufzunehmen)
Anatol ist weit, er hat sein Atelier auf der Insel Museum Hombroich. Grenzer und Butjatha leben weiter in Oldenburg und starteten im Sommer 1984 eine ihrer bisher letzten gemeinsamen Aktionen: Grenzer errichtete am Strand vor dem alten Kurhaus einen riesigen Penis aus Granit, seinen "Grenzstein", und Butjatha zimmerte sich im Wattenmeer einen Thron aus Holz und Eisen.
ArbeitWo noch vor wenigen Jahren jede Aktion zu einem riesigen Spektakel wurde, interessierte sich diesmal kaum jemand für das geschäftige Treiben am Strand. Nur wenige, die sich noch an "alte Zeiten" erinnerten, kamen und halfen mit, auch ein paar Junge, die noch neugierig waren.
ThronDer Thron steht im Watt, trotzt seit Jahren den Gezeiten, ist ein beliebtes Fotomotiv, ein geschätzter Klettersitz für Kinder und so etwas wie ein Wahrzeichen von Dangast geworden. Immer noch löst er Fragen aus.

Gehen sie doch einfach mal am Strand von Dangast spazieren. Oft werden sie die Leute fragen hören:
Was soll denn das bedeuten?
Hast du schon mal was von einem Kaiser Butjatha gehört ?
Wann hat denn dieser Butjatha gelebt?

Sie wissen jetzt die Antwort und manchmal können sie am Strand auch Butjatha treffen, der inzwischen als Kaiser abgedankt und den Kommunikationshelm abgelegt hat. Künstler ist er geblieben und ein Geschichtenerzähler auch.
 
Motiv
 
Copyright: Roswitha Schweichel, Bockhorn / Grabstede. email: Roswitha.Schweichel@ewetel.net