Kunst und Kuchen - Seemannsgarn und Campingfreuden
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Die Tapkens: Auf den Spuren einer
alten Dangaster Familie
Ein Bericht aus der Jahresausgabe
2002 FRIESLÄNDER BOTE
Fotos: Rudolf J. Behrens
fb In Dangast begegnet dem Besucher immer wieder der Name Tapken. Die Tapkens bilden in Dangast fast eine Dynastie. Dass die sechs Geschwister mit Dangast so sehr verhaftet sind, hat seine Gründe.

So ist ein großer Teil des "alten und ursprünglichen" Dangast' mit seinem ganz besonderen Flair noch heute im Besitz der Tapkens; dazu gehört auch der Strandabschnitt vor dem Alten Kurhaus. Aber werfen wir zunächst einen Blick in die Dangaster Geschichte und damit auch in die Familiengeschichte der Familien Gramberg und Tapken.
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Karl-August und das Kurhaus
Hier "regiert" - allerdings mit der seit Jahrzehnten bekannten und beliebten liberalen und weltoffenen Art - Gastwirt Karl-August Tapken. Er übernahm nach dem Tod der Eltern im Jahr 1977 das Alte Kurhaus, das er seitdem mit seiner Frau Ulrike und inzwischen auch der Unterstützung der Töchter bewirtschaftet.

Karl-August entschloss sich, wie schon Großmutter und Vater, junge Künstler zu fördern, ihnen Ausstellungsmöglichkeiten im Haus zu bieten. Im Kurhaus gingen aber auch Joseph Beuys, Anatol Herzfeld, Julius Preller, Franz Radziwill, Willy Hinck, Butjatha, Grenzer und viele andere mehr oder weniger bekannte Künstler ein und aus. Viele von ihnen hinterließen Spuren - im Hause und auch am Strand.

Im Kurhaus finden außerdem Kulturveranstaltungen jeglicher Art statt. Aufgrund seiner ausgezeichneten Akkustik wird der Saal - die Innenmaße entsprechen denen eines griechischen Tempels - gerne und oft für Konzerte genutzt. An den Wochenenden tummeln sich auf Tapkens Territorium diverse Anbieter mit Bio-Produkten und Kunsthandwerk. Dass Karl-August damit (nicht erst heute) im Trend liegt, beweisen die Gäste, die seit Jahrzehnten aus dem weiten Umland kommen und am Wochenende das Kurhaus bevölkern. An diesem besonderen Ort spielt das Alter keine Rolle; uralte Jünglinge und jugendliche Omas sitzen dort in gemütlicher Runde. Familien mit Kindern, Punks mit Hunden, Damen und Herren - alle begegnen sich dort mit Achtung und Verständnis. Viele Mahlzeiten Grünkohl gehen im Winter wöchentlich durch die Küche, riesige Mengen Teig für hunderte Bleche Kuchen werden an jedem Wochenen0de angerührt und in dem großen hauseigenen Backofen gebacken. Die selbstgebackenen Tapkenschen Kuchenspezialitäten finden seit Jahr und Tag reißenden Absatz.

Besondere Unterstützung erfahren Ulrike und Karl-August Tapken inzwischen durch die älteste Tochter Maren. Nach Abschluß eines Kulturpädagogikstudiums und einer Ausbildung als Hotelfachfrau ist ihre Hilfe im Kurhaus natürlich gerne gesehen.
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Willem und die Klause
Ebenfalls der Gastronomie treu geblieben ist Karl-Augusts "kleiner" Bruder Friedrich-Wilhelm Tapken. der gelernte
Heizungsbauer avancierte 1972 während eines so genannten "Frikadellenlehrgangs" bei der Industrie- und Handelskammer
innerhalb von drei Stunden zum Gastwirt und bewirtschaftet heute zusammen mit seiner Frau und seinem Sohn Daniel
die "Kurhaus-Klause". Die gemütliche Kneipe mit dem direkten Blick auf den Jadebusen war früher ein Badehaus für
die Kurgäste. Dazu wurde Seewasser aus dem Jadebusen gepumpt, in kupfernen Becken erwärmt und als sogenannte
Stürzbäder angeboten.
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Anton und die "Etta"
Der vierte im Bunde der Tapken-Brüder versteht es ebenfalls seit vielen Jahren seine Gäste zufriedenzustellen: Anton
Tapken, der lange als Kapitän auf allen Weltmeeren gefahren war, kam nach Dangast zurück und schipperte zunächst mit
der Barkasse "Edo Wiemken" über den Jadebusen. Später erwarb er das schmucke, heute aus dem Dangaster Hafen nicht
mehrwegzudenkende Fahrgastschiff "Etta von Dangast". Damit wie auch mit dem noch größeren Fahrgastschiff "Jade-Perle"
bietet er Einheimischen und Urlaubsgästen in der Zeit zwischen Ostern und dme tiefen Herbst informative Rundfahrten über
den Jadebusen - aber Vorsicht, der weltmeererfahrene Kapitän spinnt liebend gerne Seemannsgarn!
Inge und der Campingplatz
Auch die beiden "Tapken-Mädels" bleiben ihrer Heimat weitgehend treu. Inge Tapken betreibt - direkt am Wasser
gelegen - den privaten "Campingplatz an der Rennweide", auf dem überwiegend Dauergäste ihr Zelte und Wohnwagen aufschlagen.
Den Campingplatz sehen Sie sich
am besten über unsere WebCam an!
Lena und ihr Buch
Ihre Schwester Lena Tapken lebt zwar in Bremen, verbringt aber einen Großteil ihrer Freizeit in Dangast und ist den
Geschwistern und dem Heimatort nach wie vor verbunden. So veröffentlichte sie im vorletzten Jahr ein kleines Buch ...
Rund ums alte
Kurhaus Dangast
Nachtrag am 25. Juni 2010:

Und dann ist da noch HANNES! Wer ist HANNES?

Aus der FRIEBO-Jahresausgabe 2010 Dangast:

Hannes ist der drittälteste in der (alten) Tapken-Riege. Er fuhr als Koch zur See, bevor er schließlich 35 Jare lang im öffentlichen Dienst Soldaten bekochte - in Wiesmoor, aber auch in Kanada, Amerika, England und andernorts. Zwischendurch wurde er allerdings als "mithelfendes Familienmitglied" immer auch im Kurhaus gesehen und seit mehreren Jahren ist der in Dangast wohnhafte "Opa Hannes" vor allem für seine Familie da - ganz zur Freude der Enkelkinder. Ebenfalls ist Hannes Tapken auch ein passionierter Fremdenführer. Entlang des Kunstpfades können sich die Teilnehmer regelmäßig seine spannenden Geschichten und Erlebnisse anhören. (Der Jahres-Dangastausgabe 2010 des FRIEBO entnommen).

Darüber hinaus ist Hannes Tapken in der Rumänienhilfe tätig und für bedürftige Menschen sehr stark bei der Vareler Tafel engagiert.